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Warum kein Machtstreben unseren Kindern gut tut …

Kinder wirklich sehen. Sie hören und fühlen. Ihnen Vertrauen geben, dass sie gut sind, wie sie sind. Das kann langsam eine andere Welt schaffen. Okay, das gilt auch für mich. Für alle Menschen. Sicher!!

Ich bin seit einigen Tagen tief beeindruckt, wie es gehen kann. Wenn man sich nicht durch die Stimmen anderer Menschen blenden lässt. Und in der Lage ist seiner Intuition zu folgen.

Mein Enkelsohn ist mittlerweile 3 3/4 Jahre alt. Ende letzten Jahres wurde meine Enkeltochter gesund geboren. Wenn ich daran denke und diese Worte jetzt schreibe, treibt es mir wieder “Pippi” in die Augen. Das ist immer noch unfassbar.

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Seit längerem sagt “man” im Umfeld meiner Tochter, dass der Junge nun doch endlich nachts mal trocken werden muss. Jetzt wo er auch “Großer Bruder” ist, kann er doch nicht noch in die Windel machen …

Wer sind wir eigentlich, so über Kinder zu brechen und irgendwelche scheinbaren Gültigkeiten gefühllos zu übernehmen??

Meine Tochter lies sich davon nicht beeindrucken. Sie ist nämlich schon groß, über 18, sitzt und spricht schon allein. Also kann sie auch allein denken.

Mein Enkel bekam also weiterhin jeden Abend ein Windel und wenn diese (wie meistens) naß war, dann war es so. Fertig.

Und jetzt?

Seit 6 Tagen ist die Windel jeden morgen trocken. Er wacht nachts allein auf, wenn er auf die Toilette muss. Und ist stolz, es allein geschafft zu haben. Ohne Druck. Ohne Streß und ohne Tränen.

Was für eine Erfahrung für sein Selbstvertrauen. Seine Selbstwirksamkeit.

Mangel an Selbstvertrauen hat er allerdings eh nicht.

Weil “man” in dem Alter nachts schon trocken sein müsste … So ein Blödsinn. Er brauchte die Zeit und sein eigenes Tempo.

Mein Enkel ist so empathisch und aufgeweckt, dass es mich in vielen Begegnungen so sehr begeistert, wie es gelingen kann, weitgehend angstfrei und mit viel Vertrauen zu wachsen. Wachsen zu dürfen.

Mein Kind, ich bin stolz auf Dich. Wie Ihr beide Eure Kinder begleitet.

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Und ich bin ein Teil davon. Dafür bin ich sehr dankbar.

Unsere Kinder in dem Licht zu sehen, wer sie wirklich sind. Nämlich eigene Persönlichkeiten, die wir begleiten dürfen. Das ist unsere Aufgabe.

Ohne unser Machstreben, zu meinen, wir hätten “die Weisheit mit Löffeln gefressen” und wüssten wie ein gutes Leben gelingt.

Darum tut kein Machstreben uns allen gut. Die Macht über Andere schließt aus, was ihr fremd ist und was sie bedroht. Zuversicht und Vertrauen, dass es gut ist, wie es ist.

Bewegt und beeindruckt 🙂

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5 Kommentare

  1. Pingback: Warum gute Führung bei mir selbst anfängt ... - rawrebel.de

  2. Hey Astrid,

    sehr schöner Artikel den du da geschrieben hast . Unsere Kinder sind der Schlüssel, sie sind sich in allem was sie tun “Bewusst”. Sie machen keine großen Fehler, denn in Wahrheit zeigen sie uns was wir Erwachsene alles bearbeiten sollten. So das wir friedvoller mit der Umwelt umgehen können in der wir leben.
    Grüße an deine Lieben und einen wunderschönen Tag

    Ronny von Einfach anfangen

    Antworten

    • Lieber Ronny,
      ich freue mich sehr über Deine Worte. Ja, Kinder spiegeln UNS wider und sind der Seismograph, wie die Familie tickt. Und so müsste man wohl immer die Eltern “behandeln” – nie die Kinder. 🙂
      Liebe Grüße
      Astrid

      Antworten

  3. Hallo Astrid!

    Ich finde es soooo wichtig, Kindern ihr eigenes Tempo zuzugestehen!

    Wenn es so weit ist dann ist es so weit. Ob es heute, morgen oder übermorgen ist (egal worum es geht) ist doch so egal.

    Mein Sohn hat ewig nicht sprechen wollen, irgendwann ist das dann von einem Tag zum anderen doch gekommen. Dafür hat er gleich richtig zu reden angefangen.

    Finde ich total super, dass Deine Tochter ihren Kindern Zeit gibt!

    lg
    Maria

    Antworten

    • Liebe Maria,
      was Du Deinem Sohn mit Deinem Respekt für ihn gegeben hast, ist mit Worten wohl kaum zu beschreiben. Druck und Angst nicht zu erfahren, sind sicher die Grundpfeiler eines anderen Miteinanders und einer anderen Gesellschaft. Im kleinen fängt es an. ich weiß immer nicht so richtig, wie ich “Loslassen” beschreiben soll. Ich glaube genau so. Zu Vertrauen, dass es kommt. Das Lesen, Trockensein, was auch immer.
      Im Übrigen bin ich immer wieder begeistert, wie fleißig Du auf Deinem Blog bist. 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Astrid

      Antworten

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