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Warum ich immer wieder an meine Grenzen gehe …

Gehen will. Der Tag, an dem ich beschließe, einen neuen Weg zu gehen, ist ein Sonntag. Gestern. Ein Tag, der weit vor 5 Uhr morgens beginnt. Als ich aufwache, bin ich mit meinem ICH noch ziemlich zufrieden.

Triathlontag in Kallinchen. Nicht mein erster Triathlon. Und doch spüre ich, irgendetwas ist anders an diesem Tag. Alles ist anders.

Wir sitzen halb sieben im Auto. Mein Lieblingsrad liegt bequem hinter mir im selbigen. Und ich bin so nervös, dass ich es mit mir selbst kaum aushalten kann.

Halb acht. Wir sind angekommen. Kühl ist es. Startnummernausgabe und Check in. Die Wechselzone ist noch schön leer.

Nach der Wettkampfbesprechung, was man alles nicht darf, geht es für mich langsam zum Schwimmstart. Meine Nervosität kennt keinen Deckel mehr.

Der Startschuß fällt. Und ich beginne das Rennen gegen mich selbst. Gegenwind und Wellen beim Schwimmen fordern mir alles ab. Weil ich es nicht trainiert habe. Ich dachte, es würde reichen. Klarer Fall von Selbstüberschätzung. Kann ich gut …

Die Raddistanz lief gut. Trotz Wind und Windschattenfahrverbot. Weil mein Rad einfach mal cool ist. Und ich auch.

Und dann. Nach der Laufstrecke. Selig und erschöpft. Das Ziel nah.

Im Zielkanal überwältigte mich ein Welle des Glückes, die alles überschwemmt.
Tränen. Küsse. Umarmung. Erleichterung.

Weil ich alles gegeben habe, was ich an diesem Tag abrufen konnte. Am Ende hat es nicht für meine geplante Zielzeit gereicht.

Und zum Glück braucht es zum Glück keine Bestzeit. Sondern meine Demut. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Demut der Mut ist, ganz tief nach innen zu schauen.

Jede große Veränderung auf dem Weg zum Ganzen beginnt mit vielen und ganz kleinen Schritten. Mein Weg hatte und hat viele dieser Schritte.

Und an manchen Tagen führten und führen diese auch mal einen Schritt zurück. Ständig negative Gedanken ist allerdings auch wie Schaukeln. Du kommst kein Stück weiter.

Jeder Anfang ist die Hälfte vom Ganzen. Soll mal Aristoteles gesagt haben. Du kannst nur anfangen zu beginnen, wenn Du vorher einen Entschluss, eine Entscheidung, getroffen hast. Eine Vision hast. Und dann mit aller Konsequenz.

Dieser Startschuss fällt jeden Tag. In gewisser Weise begebe ich mich jeden Tag an die Startlinie. Mich bewusst dafür zu entscheiden, was ich wirklich will.

Und die Vision und der feste Wille im kommenden Jahr am 02.09.2018 die Mitteldistanz im Triathlon zu finishen (2 km, 90 km, 21 km). Der Sport meines Herzens.

Ein weiter Weg. Und ein Jahr Zeit, um JETZT zu beginnen, die kleinen und auch die großen Baustellen in meinem Leben zu verändern.

Je länger die Distanz, desto mehr wird der Triathlon zum Lebenstil. Das ist mir bewusst. Und das will ich.

So sind die Bilder in meinem Kopf, die Visionen, meine stärksten Antriebskräfte. Ich mache mir meine gewaltigsten Motive bewusst. Stolz. Gewinnen wollen. Besonders zu sein. Aus der Masse zu treten. Demut und Dankbarkeit, was ich alles schaffen kann. Authentisch sein. Für mich.

Normalität ist eine geplasterte Straße. Du kannst gut darauf gehen. Doch es wachsen keine Blumen auf ihr.

Und das Leben beginnt am Ende der Komfortzone. Wenn wir über uns hinaus wachsen. Dies zu schaffen trägt uns über die wideren Umstände in unserem Leben. Weil wir einfach mal cool sind.

Vernünftig ist wie Tod. Nur vorher.

Deine

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Danke Martin für die großartigen Bilder. Danke, dass Du mit mir gelaufen bist. Mich ziehst. Ins Ziel.

Ach, und noch was.

Gestern war mein letzter Wettkampftag in diesem Jahr.
Am 24.09. zum Berlin-Marathon steh ich am Ziel. Mit tollen Menschen und feure meine Freunde an, die an diesem Tag über 42,195 km den Lauf des Jahres erleben. Und ich erlebe diesen Tag mit Menschen, die mich bewegen.

Danke!!!
Brigitte, Jürgen, Anna, Katrin, Karina, Anne, Ben, Martina, Janina, Piet, Kathi, Peder und dem wundervollsten Menschen auf Erden, meinem Kind. <3

 

2 Kommentare

  1. Wie großartig! Lassen wir die Zeit einfach Zeit sein und freuen uns über das Finish. Du kannst stolz darauf sein, was du alles schon erreicht hast. Ich verfolge deinen Weg!

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    • Ich freu mich sehr über Deine Worte. Und Du hast so recht. Die Freude über das Finish ist auch heute noch spürbar. Vielleicht weil es auch nicht so einfach war. Danke!!

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