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Warum Gespräche mit mir …

… über eine scheinbare Wirklichkeit ganz schön skurril sind. Wie wir die Welt zu sehen haben, wird uns von Beginn unseres Lebens vorgegeben. Daraus ergeben sich unsere festen, resistenten und scheinbar in Beton gegossenen Ansichten und geistigen Strukturen, wie die Welt zu sein hat.

Die naive Annahme, die uns mit der Muttermilch gegeben wurde, dass es unsere Aufgabe sei, die Wirklichkeit zu erkennen, ist meines Erachtens zunehmend fatal.

Diese Annahme ist nicht erst seit C. G. Jung (ich halte sehr viel von ihm) wissenschaftlich und vor allem auch philosophisch durch Kant unhaltbar.

Wir versuchen meist mit nie in Frage gestellten Annahmen in unserem Leben zu operieren. Und wundern uns, dass die eine oder andere Operation misslingt.

Jedermanns Weltbild und Reaktion auf das Leben ist und bleibt eine geistige Konstruktion und hat darüber hinaus keine eigene Existenz. Das ist eine bittere Pille und gleichzeitig unsere Chance.

Mal angenommen, wir wären allein für unsere Handlungen verantwortlich. Dann hätten wir zu jeder Zeit einen freien Willen. Haben wir diesen wirklich. Ich denke nicht.

Wir sind zu jeder Zeit mit anderen Menschen in Verbindung. Es ergeben sich immer Verhaltensketten. Unweigerlich. Jede Ursache unseres Handelns wird zu einer Wirkung. Diese wird wieder zur Ursache und ergibt eine erneute Wirkung. IMMER. Und so weiter.

In meinem Leben gab und gibt es Momente, in dem mein scheinbar gesunder Menschenverstand sozusagen den Bach runtergeht und aufgibt. Also das mit der kompletten Eigenverantwortung ist so eine Sache, die ich immer mehr als solche anzweifeln möchte.

Und so bin ich in den letzten Wochen immer mal wieder sehr nachdenklich. Zeitweise überrascht. Aus welchem Grund? Immer klarer wird mir der Blick. Wenn auch nicht ganz einfach.

Ich bin auf der Suche. Krass. Wonach?

Zu Beginn des Jahres 2014 erlebte ich eine zu tiefst innige, ja fast schon unfassbare, Verbindung zu einem Menschen. Wie noch nie zuvor. Oder zumindest habe ich ein Bild davon gesehen, wie gelungen ein Miteinander sein kann.

Und nun?

Was unter anderem nach so einem Erleben übrig bleibt, ist meine Suche und mein Wunsch, nach genau diesem Wiedererleben. Und diese versuchte Lösung des “Problems” macht das Wiedererleben für mich unmöglich.

Das ist doch der Irrtum der ewigen Glückssuche. Und meiner Suche.

Der ständige Versuch unser Glück herzustellen, führt unweigerlich ins Unglück. Die Suche nach der eigenen Vollkommenheit, wie man uns oft suggeriert, dass dies der Idealzustand sein soll, und unser Streben nach dieser Vollkommenheit, führt unweigerlich in die Unmenschlichkeit.

Ich halte es für völlig überzogen, anzunehmen, dass die “Suche nach dem Gral”, also die “Suche nach dem Selbst”, darin begründet ist, mit sich allein am glücklichsten zu sein.

Kann ich mich zwar meist ertragen, bin ich dennoch mit mir selbst nicht unbedingt am glücklichsten.

Leben ist bunt. Meins jedenfalls.

“In den besseren Stunden wachen wir soweit auf, das wir erkennen, das wir träumen.” (Ludwig Wittgenstein, dt. Philosoph)

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Oder gerade deswegen.

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