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Warum es keine angstfreien Räume gibt …

Und Liebe aus Mut gemacht wird. Ich stelle meine Intuition auf den Prüfstand und frage mich, ob ich immer wieder Mut habe, zu einem Leben mit offenem Ausgang!

Mittlerweile und immer wieder wird mir klar, weshalb ich manchmal nicht weiter komme. Es geht nicht darum frei von Angst zu sein, Angstfreiheit anzustreben, sondern um das Gegenteil. Ich muss die Angst zulassen. Angst vor Veränderung. Angst vor Ablehnung. Angst davor, allein zu sein. Angst vor Einsamkeit.

Ich halte es für gefährlich, Situationen und Empfindungen der Angst auszuweichen, anstatt sich ihnen zu stellen. Und doch fällt es mir immer mal wieder schwer.

Und was viel wichtiger ist, Veränderung und Bewegung im Leben ist so erst recht nicht möglich. Zustände werden einfach nur konserviert.

Wir haben Angst, Angst zu haben, weil wir sie für etwas Negatives halten und alle Welt uns erzählt, dass wir alle Teile in uns selbst finden, die uns glücklich sein läßt. Bullshit, wie ich finde.

Und so drängt sich mir die Frage auf, was eigentlich Liebe ist. Wenn ich dieser Frage nachlausche, entstehen in mir die Worte “wohlwollende Aufmerksamkeit” fühlen und “Verbundenheit und Nähe” spüren.

Wohlwollende Aufmerksamkeit nicht nur für die Teile in mir, die sich nach Nähe und Verbundenheit sehnen, sondern auch für jene, die ich am liebsten ausschließen möchte.

Und habe ich da auch eine Aufmerksamkeit für das, was in mir im Weg ist?

Halte ich innerlich Abstand von Menschen, die sich mit einfachen Antworten begnügen? Halte ich Abstand zu dem Anteil in mir, der wüten möchte, der ausbrechen möchte?

Kenne ich eigentlich den Populisten in mir? Schenke ich dem, was gerade ist, genug Aufmerksamkeit, ohne nicht sofort weiterzublättern?

Wenn Veränderungen im Raum stehen, neigen wir manchmal dazu zurückzufallen in alten Gewohnheiten. Ich auch. Klingt komisch, ist aber so.

Liebe und Verbundenheit bietet die Möglichkeit für Bewegung in meinem Innenraum und im Aussen. Diese Art des Kontaktes zu Menschen, das ist für mich das Gefühl von Liebe. Durch den anderen mehr zu sein, als ich allein vermag, das gelingt mir nur, wenn ich zulasse, dass ich auch Angst habe. Und manchmal ganz klein und hilflos bin. Allein bin.

So gibt es für mich ein Urbild vom Liebe. Das Gefühl, bedingungslos geliebt zu werden. Ohne “aber” und ohne “wenn”.

Dieses Gefühl ist in uns allen. Es ist der innere Wunsch, dass wir uns ganz selbstverständlich auf einen Menschen einlassen können. Und der andere bedingungslos auf uns. Verbundensein und das es auf mich ankommt. Nur so geht es.

In jedem Fall, da bin ich sicher, sind wir Menschen allein gar nicht lebensfähig, auch wenn unsere Kultur alles dafür tut, dass jeder allein klar kommt. Und in vielen Büchern geschrieben steht, dass alles in uns selbst zu finden ist. Immer noch Bullshit.

Ich bin nur durch den Anderen. In Verbundenheit und Nähe zu Menschen, die sich mit mir bewegen.

In Liebe

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