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Warum es heute nicht mehr schöner wird …

… 05:30 Uhr. Der Alarm meiner neuen Laufuhr meldet sich. Ich liebe sie. Bis auf bügeln kann meine Uhr fast alles. Nur laufen und schwimmen muss ich doch noch selbst.

Scheiße, dachte ich. In dieser Woche habe ich schon zwei Tage nicht meinen Traningsplan halten können. Und heute stehen 15 km in diesem Plan. Wenn ich jetzt nicht aufstehe, kann ich das meinem Trainer Piet von gotorun nie erklären.

Während ich noch im Bett liege, schalte ich mein Telefon ein. Der aktuelle Wetterbericht zeigt mir 1,5 Grad an. Na toll, denke ich. Ich bin doch eine Prinzessin …

In zwei Wochen ist Berliner Halbmarathon. Und ich freu mich schon sehr darauf. Nur … das Zeitlimit liegt bei 03:15 Stunden. Wäre doof, wenn mich der Besenwagen mit in das Ziel nimmt.
Und schließlich habe ich die Medallie bezahlt.

Also schnell raus. Mein Hund denkt nicht daran. Ich rufe sie leise. Sie rührt sich nicht. Faule Socke, denke ich. Langsam trottet sie nun aus der Wohnung.

Es ist kalt. Steige ins Auto, Heizung auf 27 Grad und fahre zum Grunewaldsee. Im Kopf gehe ich die lange Strecke durch. Fünf Runde sollen es werden. Keine einzige weniger.

Und dann fange ich an zu laufen. Ich brauchte etwas Zeit, um meinen Rhythmus zu finden. Aber dann. Was für ein Gefühl. Wenn der Schritt zum Herzschlag wird. Wenn es läuft. Einfach so. Die Gedanken kommen und gehen. Es ist wie ein reinigendes Gewitter.

Wieder rückt mir ins Bewusstsein, was mich im Leben erfüllt. Was mich nährt. Meiner Seele gut tut. Und was nicht. Sortiere mich. Großartig.

Ich denke an meine Lauffreunde.
An Michael Klotzbier, der heute wieder mit anderen Helden die Heldenstaffel läuft. Bei der letzen Heldenstaffel am 06.11.2016 war ich mit wunderbaren Menschen auch am Start.
Ich muss lächeln. Das ist toll.

 

 

An Janina denke ich, die heute ihren ersten Wettkampf hat.
An Jürgen, der heute lockerer 22 km laufen will/soll. 😉
Es ist schön, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die gleiches im Sinn hat. Das motiviert mich. Klingt komisch, ist aber so. 🙂

Ich bin nicht laufsüchtig.
Ich könnte jederzeit damit aufhören.
Ich will aber nicht.

Jeder Marathon ist eine Reise. Eine Reise ins Ungewisse. Denn: Ich weiß nie, ob ich ankomme. Doch die Reise lohnt sich, denn durch das Laufen werde ich zwar kein neuer Mensch – aber ich fühle mich wie neu.

Doch, es wird heute vielleicht noch mal schöner. Ich verbringe den Nachmittag mit zwei wundervollen Menschen. Meinen beiden Enkelkindern. Nichts erdet mich mehr. Egal wie herausfordend meine Woche war.

Und ich denke darüber nach, was für Dinge und Situationen mir wertvolle Lebenszeit nehmen. Und was ich stattdessen brauche. Was mir wirklich wichtig ist …

Sich selbst kennen ein Mensch muss,
bevor ein eigenes Lichtschwert er bauen kann. (Meister Yoda)

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