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Warum es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war …

Den Ostflügel meines Penthouses habe ich seit 4 Wochen untervermietet. Okay, im Ernst. Ein Zimmer – von zwei – meiner 62 Quadratmeter großen Berliner Altbauwohnung.

Dafür gab es mehrere Gründe. Und natürlich spielten die Kosten und das dadurch monatlich verfügbare finanzielle Volumen eine entscheidende Rolle. Seit dem lebe ich auf 21,5 Quadratmeter. Und das geht. Sehr gut sogar.

Die Entwicklung der Wohnsituation in Berlin nimmt zudem seit Jahren Züge an, die menschenverachtender kaum sein können. Mieter werden aus ihren Wohnungen verdrängt, um diese zu unfassbaren Preisen wieder neu zu vermieten.

Kreative, Künstler und andere Gruppen, die suffizient leben, haben bei den Vermietern kaum eine Chance mehr.
Genau das, was Berlin lange Zeit, und zum Teil Gottseidank noch heute, ausgemacht hat, verschwindet immer mehr. Menschen, die einfach anders leben haben kaum noch eine Chance, das Stadtbild dieser noch wundervollen Stadt weiter zu entwickeln.

Genau dem wollte ich mich auch ein wenig entgegenstellen.

Was für eine grandiose Entscheidung.
Meine Mitmieterin hat mich in den letzten 4 Wochen sehr inspiriert, ermutigt und mich immer wieder zum Nachdenken bzgl. meines eigenen Handelns gebracht.

Gibt es schöneres, als sich von anderen Menschen inspirieren zu lassen? Dadurch mehr zu sein, als ich allein dazu in der Lage wäre? Das meine ich, wenn ich sage, dass wir soziale Menschen sind. In der Gemeinschaft zu anderen Menschen wachsen können. Neue Wege beschreiten können.

Weil sich wieder ein Weg unter meine Füße schiebt. Sichtweisen sich verändern.

Meine Mitmieterin lebt sehr konsquent eine reduziert suffizienten ökologischen Lebensstil.

Sie lebt ihn und redet nicht nur davon. Das betrifft den gesamten Konsum, das bewusste Einkaufen von Nahrungsmitteln, den Verbrauch an Wasser und Strom. Und noch vieles mehr. Alles einfach.
Sie denkt den Minimalismus einfach mal zu Ende.

Das tut mir gut und wir stehen mittlerweile auch in einem interessanten Austausch zu den Dingen, die uns bewegen.

Alternativen zu schaffen, ein Leben lang ein Einkommen zu generieren, um unangemessenen Wohnraum zu bezahlen, das nimmt Lebenszeit und Ressourcen für Begegnungen und ein erfüllenderes Leben ausserhalb dessen, in dem wir nur willfährige Konsumenten sind.

Und dazu ist sie auch noch Veganerin. Schon immer. Ja, das gibt es.

Es ist großartig, wie sich die Dinge entwickeln. Es macht mir Mut wieder neue Wege zu gehen.
Das geht allerdings nur, weil sich der Weg langsam unter meine Füße schiebt. Dank der Begegnung mit und zu anderen Menschen.
Immer wieder.

Es gibt keine Zufälle. Zukunft wie kommen.

Dankbar bin ich.

 

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