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Warum die Kraft der Gemeinschaft Berge versetzt …

Wenn ’s von oben nicht mehr schlimmer kommen kann, dann einfach locker weiter laufen. Bis zum Stadion war es noch trocken. Drei Runden und ich musste wegen Starkregen und Gewitter das Rund verlassen … Scheiße, was nun?

Fehlten doch noch über 17 km laut Trainigsplan. Frisur im Eimer und ich bis auf die Haut durchnäßt.
Läuft … Nur irgendwie anders als geplant.

Also naß war ich eh. Und die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist sehr gering.
Also weiter, dachte ich.

So sagte mein Freund Jürgen doch gestern nach meiner Frage, ob er denn bei Regen auch seine 28 km Trainingsstrecke laufen würde:
„Mädel, was machst Du denn, wenn es am 24.09. zum Berlin-Marathon auch regnet? Und was meinst Du denn, was unser Trainer Piet dazu sagt, wenn Du bei Regen nicht gelaufen bist?“ :-/

Scheiße, dachte. Irgendwie hat er ja recht. Obwohl ich manchmal auch eine Prinzessin bin. Wirklich.

Trainer Piet meinte noch gestern beim Mannschaftstraining von gotorun, dass ich jetzt unbedingt dranbleiben muss. Es gibt keinen Plan B. Okay, das habe ich jetzt auch verstanden.

Und so gingen mir heute während des Laufens ständig diese Gedanken durch den Kopf. Ich WILL zum 6. Mal den Berlin-Marathon finishen. Am 24.09.2017.

Ich will. Ich will. Ich will.

Bilder in meinem Kopf, wie ich tief bewegt durch das Brandenburger Tor laufe. Und dann noch 200 m bis ins Ziel. Tränen des Glücks und der Erschöpfung laufen über mein Gesicht aus meiner Seele heraus. Am 80. Geburtstag meines Vaters. Gott hab ihn seelig. Ich WILL.

Gezielter Glaube verleiht jedem Gedanken und Taten durchschlagende Kraft. Wir können nahezu jeden Gipfel erreichen, wenn die unwiderstehliche Kraft des Selbstvertrauens – des Glaubens an sich selbst – uns antreibt.

Es war heute meine Geisteshaltung. Undbedingt diese Distanz zu rocken. Und ich bin sicher, wir brauchen eine Haltung und den Willen, die Dinge zu meistern, die uns Erfüllung geben. Was es auch immer sei. Und es muss kein Marathon sein.

Mit ziemlich fragiler Geisteshaltung kam ich gestern zum Mannschafttraining. Die Gruppe hat mich aufgefangen. Es war ein großartiges Gefühl. Ich konnte am Anfang einfach so sein, wie ich war. Mit zunehmender Zeit lichtete sich der Vorhang meiner destruktiven Gedanken und ich konnte spüren, wie ich mich durch die Kraft der Gemeinschaft „aufrichten“ konnte und durfte.

Danke an Euch. Aus ganzem Herzen. Bettina, Martina, Janina und Detlef. Und nicht zuletzt und vor allem Jürgen, der mit mir noch meine neue Garminuhr ans Handgelenk brachte. Danke Piet.

 

Die Uhr kann jetzt auch Freiwasserschwimmen. Nur schwimmen muss ich noch selbst. Blöd eigentlich … 😉

 

 

Gerockt. Durchnäßt und völlig unwichtig.
22 km in gewünschten unter 02:50 Stunden.

 

Hab Vertrauen in Dich selbst und in die Kraft der Gemeinschaft. Mit anderen Menschen zusammen gelingt so viel mehr.

Bis zum nächsten Berg, der gesprengt wird.

Deine

Bildschirmfoto 2015-07-06 um 19.26.28

3 Kommentare

  1. Sooo cool, Astrid! Darum hoch fürs durchziehen 🙂 und Piet, gibts dein Kommentar auch als Motivations-Abo für jeden Tag direkt aufs Handy? 🙂

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  2. Natürlich kann man einen Plan B haben. Aber Plan A aufzugeben, weil es gerade schwierig ist, weil es vielleicht ein Stückweit mehr Überwindung kostet als gewöhnlich, ist nicht die erste Option. Genau das kann in einem Marathon auch passieren. Gut, dass Du es immer wieder übst – und Dich letztlich selbst belohnst.

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    • JA, weil es im Moment etwas schwieriger zu sein scheint. Es ist für mich Arbeit. Und ich empfinde, wie so oft, RESPEKT gegenüber dieser Distanz. Wenn es einfach wäre, könnte es ja jeder. Und ich bin soooo froh, dass ich in diesem Jahr nicht allein unterwegs bin. Ich wäre bei weitem nicht so weit. Wo auch immer der Weg hinführt. Gemeinsam in kleinen Schritten. Danke! Das mit Üben trifft es. Nur so gehts wohl.
      Und Plan B kommt nur, wenn es körperlich tatsächlich „eng“ wird.

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