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Warum die Gemeinschaft von Menschen mich beflügelt …

Utz, mein Schweinehund, hatte gestern morgen die Keule rausgeholt. Und saß nach meinem Erwachen neben mir auf meinem Kopfkissen und grinste mich süffisant an. Scheiß Typ, dachte ich …

Im Nebenzimmer machte sich meine Enkeltochter lautstark bemerkbar, um MIR zu sagen, dass sie mit einem Schlafsack schlecht laufen kann UND die Nacht für sie vorbei ist. Das elterliche Schlafzimmer blieb ruhig …

Ich mühte mich von der Couch und befreite sie vom Schlafsack und mich vom lautstarken “Hauptsache dagegeen” ihrerseits.

Das alles war kurz nach sechs. Morgens!!

Und ich war mit meiner Freundin Martina nur etwas später am S-Bahnhof Gesundbrunnen verabredet, damit wir gemeinsam mit dem Auto zum Mannschaftstraining mit gotorun nach Kleinmachnow südlich von Berlin fahren. Dieser Gedanke erschloß sich mir so gar nicht.

Utz (mein Schweinehund) hörte ich schallend lachen. Scheiße, dachte ich. Martina wartet auf mich. Absagen wegen “Rücken” kam nicht in Frage. Dann der rettende Gedanke. Ich fahre hin und gleich wieder zurück …

Nur was sage ich dann Piet, meinem Trainer. Das ich müde bin? Auch und vor allem wegen des Umzuges meiner Tochter? – Kein guter Plan. Ich hörte ihn schon sagen: “Und? Willst doch Marathon am 24.09. laufen …”

Also los, dachte ich. Egal. Auf zum Training.

Angekommen erklärte ich meinem Trainer Piet, wie “schlecht” es mir geht. Er hat es verstanden, meinte er. Nachdem ich mich immer wiederholte. Als verstünde er kein Deutsch. 😉

Dann ging es los.
Einlaufen. Dehnen. Lauf-ABC. Dauerlauf. Steigerungsläufe. Und Auslaufen, beim dem ich das Tempo der Gruppe zum Schluß vorgeben durfte.

Es lief einfach nur super. Mir ging es von Minute zu Minute besser. Die Gespräche mit Martina und Janina waren so vertraut und nah. Ich fühlte eine Welle der Verbundenheit in dieser großen Gruppe, die mich so dankbar machte. Und macht.

Was für ein geiles Gefühl, wenn die Gruppe zieht. Wenn die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft Kräft weckt, die ich ohne diese gestern nicht erlebt hätte. Zu wachsen durch andere Menschen. Getragen zu werden und mehr zu erreichen, als ich am gestrigen Morgen je für möglich hielt. Dafür sind wir hier. Durch andere mehr zu erreichen. Und die Kraft der Gemeinschaft kann Berge versetzen. Die Welt im Kleinen verändern. Zum Besseren.

Danach fuhr ich beseelt und kraftvoll noch eine kleine Runde “Ausschwimmen”. Im menschenleeren Schwimmbad.

Einfach nur schön.

Ach ja. Am Ende des Trainings meinte mein Trainer, ich hätte nun für die nächsten Wochen genug gejammert. Wie er das wohl meinte? 🙂

Läuft …

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