Artikel
0 Kommentare

Warum Menschen sich nicht fesseln lassen …

Willkommen Unsicherheit. Es braucht keines dieser Managementbücher, die sich nicht raus aus dem Elfenbeinturm auf den Marktplatz der eigenen Verletzlichkeit trauen.

Die Annahme, Menschen ließen sich auf ein rational ökonomisches Verhalten reduzieren, führt ins Aus. Denn wir lassen uns sehr wohl von anderen Motiven inspirieren und ermutigen. Wie Gerechtigkeit, Empathie, Mut, Querdenken, Vertrauen und Liebe.

Unsere Fähigkeit zu moralischem Empfinden und der Wunsch nach gutem Handeln, ist bei fast jedem Menschen gegeben. Da bin ich sicher. Auch wenn die Art und Weise von unterschiedlicher Ausprägung ist.

Es gibt per se keine „Low Performer“. Und so stelle auch ich bestehende Selbstverständlichkeiten in Frage. Menschen würden ausschließlich arbeiten, um Geld zu verdienen – wie weit uns diese Sichtweise gebracht hat, ist selbst bei geschlossenen Augen zu sehen.

Wir stellen fast nie Fragen, weil wir glauben, dass andere Menschen nur Antworten brauchen. In unserem Denken besteht immer noch die Haltung:

„Ich weiß es – und alle anderen nicht.“

Somit machen wir anderen Menschen zu Objekten unserer eigenen Selbstüberschätzung und kompensieren unser entfremdetes Leben durch „Instant-Konsumaktivitäten“, dass wir kaum mehr das Gespür haben, was wirklich bedeutsam ist.

Das Verhalten jedes einzelnen von uns beruht ausschließlich auf unserer Haltung, die sich durch lange Erfahrungen entwickelt hat. Die Erfahrungen, die uns – im wahrsten Sinne des Wortes – emotional berührt haben. Positiv und negativ.

Die einzige Möglichkeit, die ich habe, um etwas zu ändern, besteht darin, neue Erfahrungsräume und neue Bedingungen zu schaffen.

In diesen Räumen können neue, ungeahnte Qualitäten und Lösungen entstehen. Es braucht nur unseren Mut, die Verletzlichkeit und die Ausgesetztheit der Situation zuzulassen.

Wenn wir uns dessen bewusst sind, merken wir auch, das die Intensität unseres Miteinanders, die Fähigkeit, sich lebendig zu fühlen, in dem was wir tun, eng mit den Beziehungen zu hat, die wir pflegen. Beziehungen zwischen uns sind das sinnstiftendste Element.

Leben ist in seiner vollen Kraft als Zuschauer einfach nicht möglich. Schade eigentlich …
Wenn ich voll dabei sein will, dann muss ich mein Visier immer ein bisschen mehr hochklappen, als mein Gegenüber. In jeder Beziehung. Ja, das ist auch anstrengend. Aber für mich der einzige Weg.

Offenheit entsteht nur, wenn einer bereit ist, seinen jahrelang gehüteten Schutzpanzer ein klein wenig früher zu öffnen, und sein wahres Gesicht zu zeigen. Meine eigene Verletzlichkeit zuzulassen.

Wer andere über Angst dominiert, zeigt die menschliche Personifizierung unmenschlicher Kälte. Es geht mir darum, Vertrauen zu schaffen, dass in dieser Unsicherheit der Raum für tiefe Begegnung entsteht.

Gelingt es uns, unsere eigene Unzulänglichkeit und Unsicherheit mit Akzeptanz und Offenheit zu begegnen, anzunehmen, dass es so ist, in diesem Moment, dann erst können wir anerkennen. Unsere Gewohnheiten sind ein natürlicher Aspekt unseres Lebens.

Diese Offenheit für die stürmischen Wellen des Lebens im Ozean unserer Erfahrungen ist der Schlüssel. Der Schlüssel zum Schrank, in der unsere Sternenkarte liegt, die wir brauchen, um auf dem Ozean gelungen zu navigieren.

Gelungene Führung ist ein Akt der Befreiung. Niemals der Kontrolle.

Ständiges Wachstum ist zudem auch noch unser Dilemma.
Rebellion. Umbauen. Renovieren. Uns zu Liebe.

 

Bildschirmfoto 2015-07-06 um 19.26.28